Mittwoch, 24. Februar 2016

Hamburgteile 75A




Der Eilbekkanal liegt in Barmbek Süd z.B. Eilbek selbst aber hat die Wandse zu Gast und ist mit 170 Hektar grob gesehen ein kleines Quadrat mit über
20 000 Einwohnern. In der Schellingstraße findet man eine Baustelle, die an „Deutschland“ erinnert, so wie es das Plattencover HRKs neuestem Album zeigt. Hier lebte auch zu früherer Zeit Helmut Schmidt. Angegeben ist die Hausnummer 9, aber heute steht da eine ziemlich Orthodoxe Kirche. Eilbek ist der letzte kleine Zipfel im Südwesten des Bezirks Wandsbek und mitten in dieser Stadt sehr belebt und traditionell, wenn auch das AK Eilbek in Barmbek Süd liegt.

Eilbek grenzt im Osten an Wandsbek und Marienthal und im Süden an Hamm. Im Westen grenzt es an Hohenfelde und im Norden eben an Barmbek Süd und auch ein ganz bissl an Dulsberg. Eilbek hieß sowas wie Egelbach und wurde zum ersten Mal im 13 Jahrhundert erwähnt. Egelbach, ein Ort wo man zu Therapiezwecken eben sehr gut Blutegel einsammeln konnte. Gomorrha wütete auch hier 1943, auch Eilbek war fast vollkommen kaputt.

Das kleine Eilbek enthält sechs U und S Bahnstationen. Als da sind die Stationen der S1 Hasselbrook und Landwehr und die Stationen der U1 Ritterstraße und Wartenau. Dazu die Station Wandsbeker Chaussee S1 und Wandsbeker Chaussee U1. Der S-Bahnhof Wandsbeker Chaussee z.B. ist seit 1906 Bestandteil der damaligen Hamburg-Altonaer Stadt und Vorort Bahn. Den Begriff S-Bahn verwendete man erst seit 1934. Die Station Hasselbrook wurde 1907 eröffnet, vom Originalbahnhof Landwehr ist nichts mehr übrig.

In der Hasselbrookstraße lebten eine Zeit lang Hans Fallada, sowie Max Schmeling. Das ist durchaus enorm.


24. Februar 2016

Samstag, 20. Februar 2016

Hamburgteile 74A




Beispielsweise kann man, um nach Tatenberg zu gelangen am Billhorner Röhrendamm in Rothenburgsort umsteigen und wahlweise mit dem 120er oder 124er Bus weiterfahren. An der Tatenberger Schleuse ist ein guter Ort um auszusteigen. Von dort bin ich dann eine Straße hoch und wieder zurück gelaufen. Das ist der Tatenberger Deich. Daran hängen die Wohneinheiten der Einwohner, etwas mehr als 500 an der Zahl. Grob gesagt der Rest ist Naturschutzgebiet, Tatenberger Bucht, Yachthafen, schöner Blick auf die Dove Elbe, also Dove Elbe heisst taube Elbe und auf der anderen Seite das größte Kleingartengebiet der Stadt. Im Fährhaus mag man dann eher nicht einkehren. Das Gebäude von einem schwarzen Dach eingesargt.

Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass dieses schöne Tatenberg sehr viel milder und lieblicher ist, als das Spadenland, welches im Westen an der rauhen Norderelbe grenzt. Auch zu erwähnen ist die Tatenberger Schleuse. Diese wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und sie dient dazu, dass die Wasserstraße bei unterschiedlichen Wasserständen befahrbar ist. Sie ist in den Hochwasserschutzdeich eingebunden und verhindert das Eindringen des Tidestroms.

Tadekenberghe, wie es ursprünglich im 14 Jahrhundert hieß, trägt in sich das Wort Tade, welches sich von Diet oder Tiet ableitet, was wiederum Volk bedeutet. Wenn man den Tatenberger Deich dann also lange genug gelaufen ist, kommt man nach Ochsenwerder und der Tatenberger Deich wird zum Ochsenwerder Norderdeich. Grund genug an dieser Stelle wieder umzukehren. Im 17. Jahrhundert noch war Tatenberg separat eingedeicht vom benachbarten Ochsenwerder und man kam gar nicht in die Verlegenheit. Ein Nebenarm der Bille trennte die beiden Dörfer.


20. Februar 2016

Mittwoch, 10. Februar 2016

Hamburgteile 73A




Im nordischen Eck von Sasel, also da wo es nach Lemsahl-Mellingstedt hinüber geht, also gen Westen oberhalb von Poppenbüttel, da lag die Mellingburg. Ein Burgwall als aufgeschütteter Erdhügelberg. Früher war das die physische Vorgeschichte von Sasel, welches auch dem schönen Alstertale angehört. Über die Ersteller des Burgwalls ist nichts verbirgt, man weiß nur das Slawen und Dänen hier einfielen und das die Burg gewissermaßen zur Volksfluchtburg gedeihte.

An der Schleuse steht ein derzeit geschlossenes Hotel und Restaurant. Sasel, welches auch an meinem Heimatstadtteil Wellingsbüttel anschließt bedeutet so etwas wie Stein und Hain. Sasle hieß das Dorf, welches 1293 erstmals erwähnt wurde.

Saseler Chaussee und der Markt bilden ein Zentrum, bevor man dort zur Saselbek kommt, ein Bächlein zwischen Volksdorf, Bergstedt und Sasel, entsprungen dem Allhornteich und es bildet zuweilen die Grenze zwischen Hainisch Iland in Bergstedt und Sasel. Das Saselerdusaladim war früher Selbstversorgerland und hatte bis in die 1980er Jahre Siedlergebiete, die wesentlich größer waren, als die der Nachbarstadtteile. Nun aber sind diese Zeiten durchaus vorbei. Man hat hier eben gebaut, wenn man es sich leisten wollte. Der moderne Sasler versorgt sich also eher nicht selbst. Sasel ist groß, 8,4 Quadratkilometer und es leben derzeit über 23. 000 Menschen hier.

Wenn es mal Not tut, kann der Wellingsbüttler auch mal auf den Saseler Wochenmarkt ausweichen. So gerne mache ich das aber nicht, denn mein Markt ist mir näher und lieber als der Rock.


7. Februar 2016

Mittwoch, 3. Februar 2016

Hamburgteile 72A




Arbeitswege, Durststrecken, Mittagspausen, Denkwandern. So kenne ich Hamburg Hamm. Anderthalb Jahre von 2011 – 2013 habe ich hier beruflich zutun gehabt, im Luisenweg im Süden. Andere prägende Straßennamen sind die Diagonalstraße, welche parallel zum Luisenweg verläuft und die Süderstraße mit Tierheim oder die Wendenstraße.

„Hamm und Horn, schuf Gott im Zorn!“, sprach man nach dem Kriege. Hamm wurde in drei Teile zergliedert, ähnlich nutzlos dreigeteilt nach dem es beinahe komplett zerstört war. Von 1951 – 2010 in Nord, Mitte und Süd. Das ist seit dem 1. Januar 2011 wieder anders. Es gibt nur ein Hamm. Hamm hat jetzt auch wieder die Form eines Hammers. Hier gibt’s nicht nur die Hammer Kirche, sondern auch Hammer Preise und einen FKK Club.

Entspannung findet man allerdings wirklich im Hammer Park, welcher nördlich an der Dreifaltigkeitskirche anschließt. 16 Hektar neben dem Sportplatz Hammer Park, auf dem ich so manches Sportfest erlebte. Der Park entstand als Garten im englischen Stil, ein gewisser Kaufmann Chapeaurouge kaufte das Grundstück 1773. Die Truppen Napoleons machten den Park wieder kaputt. Später jedoch wurde hier sogar König Christian VIII im Landhaus empfangen.

Das Wort Hamm stammt vom sächsischen Ham, Hamme, Hemm oder Hemme. Namensbedeutung ist und bleibt unsicher. Entweder „Wald“ oder auch „Land“ – zumindest war es eine altsächsische Siedlung in einem großen Waldgebiet. Dass die Hammaburg nach Hamm benannt wurde, ist durchaus nicht belegt.

Hamm verlor zwischen 1939 und 1946 über 80 000 Einwohner, wurde dann in den fünfziger Jahren durch Wohnungsbaugenossenschaften wieder rotgeklinkert. Heute leben in Hamm ca. 38 000 Menschen auf einer Fläche von 3,8 Quadratkilometern. In Hamm lebten einige besondere Persönlichkeiten. Johannes Brahms, Arno Schmidt, John Neumeier. Und Walter Giller wuchs hier auf. Zu erreichen ist Hamm im Bezirk Mitte mit der U2 und neuerdings auch der U4. Mit Burgstraße, Hammer Kirche und Rauhes Haus findet man in Hamm drei U-Bahnstationen.


3. Februar 2016