Samstag, 8. April 2017

Hamburgteile 91A

Mitten in Hoheluft–West ist der Sportclub Victoria seit 1904, eingezwängt in das engste Viertel Hamburgs. 70 Hektar klein ist der Westteil von Hoheluft, was umgerechnet 0,7 Quadratkilometern entspricht. Die höchste Menschendichte Deutschlands findet man hier so nebenbei. Dabei ist es schön. Westlich der Hoheluftchaussee beherrschen Gärtnerstraße und Eppendorfer Weg das Bild. Dazwischen das sog. Generalsviertel in Schmuck - und Erhabenheit teuer an Bismarck andenkend und andere. Wrangel, Roon, Kottwitz, Gneisenau, Manstein.

Im Eppendorfer Weg befindet sich eingebettet in eine erstaunliche Umgebung der Enge (in „Der Insel“ gegenüber bin ich mehrmals irgendwie ein Stück weit aufgetreten) der berühmteste Grill der Republik. „Die Eppendorfer Grillstation.“ Die Heimat der Live - Fernsehaufnahmen von Dittsche seit vielen Jahren, gemeinsam mit seinem Ingomann und Kröti. Gedenken wir an dieser Stelle still dem im Januar 17 verstorbenen Franz Jarnach, den Darsteller vom Krötenmann, vielseitigen Musiker und Sohn des ehemaligen Direktors der Musikhochschule dieser Stadt.

Hier geht so viel dahin und neues kommt wieder. Lütt Fridas Kombüse in der Gärtnerstraße ist leider auch schon wieder zu. Tja.

Vor 1939 war Hoheluft-West noch Teil von Eppendorf, wurde entgegen jedoch dem Ostteil zum Bezirk Eimsbüttel angegliedert. Wer hätte das gedacht!? An der Quickbornstraße entstand einst die Chemiefabrik von Beiersdorf.

Über 17.000 Einwohner tummeln sich in Hoheluft, wenn man es auf den Quadratkilometer rechnet. Nach neuesten Zahlen hat Hoheluft – West über 13.000 Einwohner und somit knapp 19.000 pro Quadratkilometer.



3. April 2017

Sonntag, 2. April 2017

Hamburgteile 90C

Das Etikett, die schönste Stadt zumindest dieser Welt zu sein, verdichtet sich in der Innenstadt an wenigen Dingen. Die Spitaler Straße führte einst zum Spital in St. Georg. In der Mönckebergstraße ist die Nebeneinkaufsmeile. Zwei Stände mit der Mö Grillwurst an der U-Bahn Station Mönckebergstraße sind die berühmtesten der Stadt. Die Mö Grill Wurst ist freilich nichts besonders. Es ist eine ganz normale Bratwurst inmitten der Innenstadt, aber sie ist ein Überbleibsel aus den Budenständen nach dem Krieg. Und sie ist ordentlich und es ist hier immer voll.

Neuerdings gibt es die besten Fish and Chips der Stadt bei „ahoi – by Steffen Henssler“ in der Spitaler Straße. Früher war hier immer „Daniel Wischer“. Bereits mit meiner Oma hieß es hier immer: Fisch essen. Was man damals halt so aß: Kabeljau oder grünen Hering, oder Scholle. Über die frühkindlichen Einkaufsbummel, bis hin zu der Zeit als es noch Brinkmann gab, damit ich mir dort 1980 mit der Me Super meine erste Spiegelreflexkamera kaufen konnte, haben sich meine Geschichten zu dieser Stadt angesammelt. Brinkmann gibt es schon lange nicht mehr und der Engländer sagt an dieser Stelle: The rest is history.

In der legendären „Markthalle“ erlebten wir in den 80ern unvergessene Konzerte. „Das Haus der Photograhie“ und die  „Deichtorhallen“ sind das Zentrum für Photographie, Kunst und alles Verwandte.

Der Stadtteil ist von Kontorhäusern, Läden und Kaufhäusern aller Art geprägt. Hier findet also der Handel in teuren Büros statt und Wohnraum ist rar. Wenn man in die Stadt geht, dann eben auch nicht zum wohnen. Nur knapp 1900 Menschen leben hier.



11. März 2017




Hamburgteile 90B



Oft muss man die Willy Brandt Straße, Teil der A4 überqueren in der Altstadt – Hamburg. Auf der Ostseite der ehemaligen Ost-West Straße steht das Mahnmal St. Nikolai, der 147 Meter hohe Turm wird gepflegt und renoviert, Teile der Südmauern und die Wände des Chors sind Außenmuseum.  „Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg“ lautet der Name der Ausstellung.

Auf der Westseite Richtung Speicherstadt kann man von der Holzbrücke aus zur Deichstraße schauen und dann auch auf diese gelangen. Hier findet man das letzt erhaltende Ensemble althamburgischer Bürgerhäuser. Der Blick über den Nikolaifleet ist legendär. Die Straße liegt quasi jenseits von Grimm und Cremon, beides ehemalige Marschinseln auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. 1972 sollte zugunsten des Wandels im Wahnsinn das Hausensemble abgerissen werden, woraufhin sich der erfolgreiche Protest „Rettet die Deichstraße“ formierte und durch Spenden die Häuser gerettet werden konnten. Das letzte Kaufmannshaus als Außendeichhaus im barocken Stil stammt aus dem Jahre 1686.

Die Speicherstadt gehört zur Hafen City, seine Eingänge jedoch befinden sich an der Grenze zur Altstadt. Seit 2003 ist es aus dem Freihafengebiet heraus genommen worden.

Der älteste Siedlungskern Hamburgs befand sich naturgemäß in der Altstadt, rund um den Domplatz. 845 wurde die Hammaburg von den Wikingern ja zerstört. Im 11. Jahrhundert errichtete man hier Burgen, u.a. die Bischofsburg. Der Bischofsturm liegt überbaut von einem Geschäftshaus an der heutigen Adresse Kreuslerstraße/Ecke Speersort.

Die historischen Details enden letztlich im heutigen bekannten Erscheinungsbild der City, welches den Menschen weltweit bekannt ist.


11. März 2017

Hamburgteile 90A



10. März 2017. Eine handverlesene Gruppe weltlicher Pilger huldigt in aller Tatsächlichkeit Ansgarius, dem heiligen St. Ansgar – einst der erste Bischof der Stadt. Er war der Apostel des Nordens. In der Vita sancti Ansgari steht es geschrieben, dass Ansgar, Anschar oder Anskar, ein in Frankreich geborener und vom Papst in Rom beauftragter Mann an der Entstehung der Stadt Hamburg zumindest sehr stark beteiligt war, welche von der Hammaburg im 9. Jahrhundert ausging.

Auf einer Synode, wahrscheinlich in (muaah) Diedenhofen wurde das Erzbistum Hamburg begründet. In der Hammaburg, welche schon um 800 aufgebaut wurde, gründete Ansgar eine Schule und ein Kloster mit Hilfe des Kaisers Ludwig dem Frommen, seinem Förderer. 845 wurde die Hammaburg geplündert und gebrandschatzt und Ansgar musste fliehen - vor den Wikingern. In Sinsdorf hinterließ er dann noch eine weitere Kirche, bevor er sich nach vielen anderen Stationen in Bremen niederließ und dort auch als Erzbischof von Hamburg und Bremen starb.

Hamburg–Altstadt ist das absolute Zentrum von Hamburg – es heißt Hamburg–Altstadt, um eine klare Unterscheidung zu Altona–Altstadt zu formulieren. Auf 120 Hektar befindet sich der Westeingang des Hauptbahnhofs,  die Kunsthalle, das Kunsthaus, die Deichtorhallen, das Haus der Fotografie, das Bucerius Kunst Forum, das Rathaus, ein Teil der Speicherstadt, wichtige Kirchen des Stadtbildes, die Spitaler Straße und die Mönckebergstraße, benannt nach Johann Georg Mönckeberg. Übrigens die am zweit meisten frequentierte Einkaufsstraße Deutschlands. Vorläufiges Ende einer unvollständigen Aufzählung.



10.3.2017

Donnerstag, 9. März 2017

Hamburgteile 89A




1375 wurde das Alte Moor und die Reethwisch von der Stadt Hamburg für 500 Mark - Pfennige erworben.

"Anno 1390 hebben de Hamborger dat slot Morborch gebuwet umme affoer (Abfuhr) des kornes“

Moorburgliegt nur ganz knapp über dem Meeresspiegel, jedoch der aufgeschüttete Moorburger Berg misst 21,90m. Nördlich von Moorburg liegt Altenwerder, im Osten Wilhelmsburg, im Süden Heimfeld, im Südwesten Hausbruch und im Westen Francop. Man kommt nach Moorburg am besten mit der Linie 157 ab Harburg, oder Harburg Rathaus.

Dieser älteste Stadtteil Hamburgs südlich der Elbe gehört zum Hafenerweiterungsgebiet. 90 Prozent der Häuser wurden von der Stadt aufgekauft und das Sanierungsprogramm wirkt auf einen Besucher wie mich schleppend. Die Hamburg Port Authority plant auf 45 ha eine über 30 Meter hohe Deponie für feinsten kontaminierten Schlick aus dem Hafen einzurichten. Dagegen gibt es eine Protestkultur, überall im Dorf findet man diese Schilder mit der alten Moorburg drauf, welche als leiser Mahner wirkt.

Bis 2001 arbeitete noch das Gaskraftwerk Moorburg. Es wurde 2004 in die Luft gejagd. Seit 2007 entsteht das Kohlekraftwerk, welches nun 2017 das Heizkraftwerk Wedel  ersetzen soll, aber Wedel bleibt länger in Betrieb als gedacht.

Über die Süderelbe führt die Hubbrücke Kattwykbrücke, welche durch die  Hafenbahn, aber auch per Straßenverkehr und zu Fuß eine Verbindung nach Wilhelmsburg darstellt. Ein paar Künstler leben hier, Kunsthandwerk ist zu sehen, interessante Fahrzeuge wirken unfertig und Pferde laufen auch hin und wieder durchs Stadtteil, durchs Dorf quasi.

Interessanter Weise gibt es Aufzeichnungen, die schon 1309 von einer Kirche in Moorburg zeugen, die auf einer Warft am heutigen Moorburger Kirchdeich stand. Am Moorburger Elbdeich entstand die heutige St. –Maria- Magdalena Kirche, welche 1597 eingeweiht wurde.

Dieser Ort aus Feldern, dem Kraftwerk, ohne heutige Burg und den paar Häusern, erstreckt sich als Straßendorf bis unter die A7 Autobahn. Auf ganzen 10 Quadratkilometern zählt man nur 740 Einwohner.




4.3.2017